Digital- und Justizminister Dr. Benjamin Grimm besucht EDIH pro_digital
Seit 2018 lädt die „Digitalpolitische Sommerreise" dazu ein, dass sich der Minister der Justiz und für Digitalisierung des Landes Brandenburg, Dr. Benjamin Grimm, ein direktes Bild von innovativen Projekten und Unternehmen mit digitalem Bezug macht.
Ziel des Formats ist der persönliche Austausch mit Akteurinnen und Akteuren vor Ort und die Aufnahme konkreter Bedarfe für die Digitalpolitik des Landes. Am zweiten Tag der diesjährigen Sommerreise führte eine der Stationen zu EDIH pro_digital an die Technische Hochschule Wildau, einem Ort, an dem Wissenschaft, Lehre und Praxis eng zusammenwirken. Begleitet wurde der Minister von Erik Stohn (SPD) sowie von Dr. Rebecca Lea Freudl (Bündnis 90/Die Grünen).
Als European Digital Innovation Hub unterstützt EDIH pro_digital kleine- und mittelständische Unternehmen, Start-ups und die öffentliche Verwaltung auf ihrem Weg der digitalen und nachhaltigen Weiterentwicklung. Dabei können sie Digitalisierung und KI an konkreten Bedarfen testen, passende Anwendungsmöglichkeiten entdecken und geeignete Lösungen für die eigene Organisation erkennen – kostenfrei und niedrigschwellig.
Technologietransfer: KI und Automatisierung sicher testen
Für Unternehmen in Berlin-Brandenburg steht dabei die praktische Begleitung im Vordergrund, mit gezielten Trainings und individueller Unterstützung bei Digitalisierungsvorhaben. Wie diese Begleitung konkret aussehen kann, zeigte sich beim Besuch der Modellfabrik „Wildauer Smart Production" von Prof. Jörg Reiff-Stephan. In dieser realitätsnahen Laborumgebung können Unternehmen Technologien wie KI, Robotik und Automatisierung risikofrei erproben, bevor sie investieren, etwa durch die Analyse von Produktionsdaten oder die Simulation komplexer Abläufe. Minister Grimm konnte hier live miterleben, wie Unternehmen so fundiertere Investitionsentscheidungen treffen und ihre Prozesse effizienter gestalten können. Über das monatliche Open Lab an der TH Wildau und der BTU Cottbus-Senftenberg steht dieser Zugang Unternehmen regelmäßig offen.

KI für die öffentliche Daseinsversorgung
Einen weiteren Einblick bot der Besuch des „Robotiklabs Telematik" der TH Wildau rund um den Fachbereich von Prof. Janett Mohnke. Hier wird erforscht, wie Künstliche Intelligenz in der öffentlichen Daseinsversorgung, etwa in Schulen, Bibliotheken und der Pflege, sinnvoll eingesetzt werden kann. Nach demselben „Test before invest"-Prinzip wie in der Modellfabrik können Bibliotheken und Behörden die humanoiden Pepper-Roboter für Service- und Informationsaufgaben kostenfrei erproben. Schulen und Bildungsträgern stehen zudem interaktive Lernroboter zur Verfügung, mit denen sich Grundschulkinder individuell beim Lesen und Rechnen fördern lassen. So finden auch öffentliche Einrichtungen ganz ohne Investitionsrisiko die passenden Einsatzszenarien für ihren Bedarf.
Digitale Verwaltung als weiterer Schwerpunkt
Dass KI längst nicht nur in solchen Anwendungsfeldern, sondern auch in der Verwaltung selbst Wirkung entfaltet, zeigte der Austausch mit Prof. Isabell Peters. Unter ihrer wissenschaftlichen Leitung erforscht der Fachbereich digitale Verwaltung unter anderem KI-Implementierung, insbesondere den vertrauensvollen und verantwortungsbewussten Umgang mit KI, sowie IT-Strategien und KI-gestütztes Prozessmanagement. Die Ergebnisse fließen in die Open-Access-Publikationsreihe „Wildauer Papers on Digital Government" ein und tragen so aktiv zum internationalen wissenschaftlichen Diskurs bei.
Damit Verwaltungsmitarbeitende von dieser Forschung direkt profitieren, bringt der Fachbereich sie in verschiedenen Formaten in die Praxis: Bei den gemeinsam mit dem NEGZ Kompetenzzentrum Digitale Verwaltung ausgerichteten Demo Days lernen Behördenmitarbeitende innovative digitale Lösungen thematisch gebündelt kennen und können diese direkt ausprobieren. Der Wildauer Verwaltungstag bietet kommunalen und staatlichen Behörden in Brandenburg zudem ein Forum für Wissenstransfer, Erfahrungsaustausch und Vernetzung mit der Wissenschaft. Ergänzt wird das Angebot durch Trainingsserien zu KI im Tagesgeschäft der Verwaltung, Datenmanagement und Geschäftsprozessmanagement.
Austausch auf Augenhöhe
Im Gespräch mit Minister Grimm wurde deutlich, wie die TH Wildau als Standort Forschung, Technologie und Praxis miteinander verbindet, zum Nutzen von Unternehmen, öffentlichen Einrichtungen und der Verwaltung gleichermaßen. Der Besuch bot die Gelegenheit, diese Bandbreite direkt mit der Landespolitik zu diskutieren und die Arbeit von EDIH pro_digital sichtbar zu machen.
Wir bedanken uns bei Minister Grimm für sein Interesse und den offenen Austausch und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit für ein digital starkes Berlin-Brandenburg!
Mehr zur digitalpolitischen Sommerreise: Ministerium der Justiz und für Digitalisierung
Schon diesen Donnerstag zu Gast: Brandenburger Digitaltag meets Wildauer Verwaltungstag
Bereits am 10. September ist Minister Grimm wieder auf dem Campus der TH Wildau zu Gast: Der Brandenburger Digitaltag und der Wildauer Verwaltungstag bündeln in diesem Jahr erstmals ihre Kräfte und rücken die digitale Verwaltung gemeinsam in den Mittelpunkt. Organisiert von einem breiten Aktionsbündnis aus dem Land Brandenburg, der TH Wildau, Kommunen und zahlreichen weiteren Organisationen entsteht so ein Ort für Austausch und Vernetzung, an dem Menschen aus Verwaltung, Wissenschaft und Praxis gemeinsam an einer zukunftsfähigen digitalen Verwaltung in Brandenburg arbeiten.
Brandenburger Digitaltag
Jetzt mit der Digitalisierung starten, unkompliziert und ohne Risiko
Unternehmen und Verwaltungen in Berlin-Brandenburg können die Angebote von EDIH pro_digital kostenfrei nutzen und gemeinsam in einem unverbindlichen Orientierungsgespräch passende Technologien, Fördermöglichkeiten und konkrete Einsatzszenarien finden.
Beginnen Sie Ihre digitale Reise
Über EDIH pro_digital
Der European Digital Innovation Hub (EDIH) pro_digital ist die zentrale Anlaufstelle für die digitale Transformation von kleinen- und mittelständischen Unternehmen sowie Verwaltungen in Nordostdeutschland. Unter der Leitung der Technischen Hochschule Wildau arbeitet der Hub in enger Partnerschaft mit der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg, der DigitalAgentur Brandenburg sowie der SIBB. Das von der Europäischen Kommission und dem Ministerium für Wirtschaft, Energie, Klimaschutz und Europa des Landes Brandenburg geförderte Projekt wird bis Ende 2028 unterstützt.
Weitere Informationen finden Sie unter: https://edihprodigital.eu/de